Corona in Thüringen: Apotheker erwischen immer mehr Menschen mit gefälschten Impfpässen

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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Erfurt. Die Ansteckungsrate zieht derzeit in Thüringen wieder kräftig an. Bundesweit hat der Freistaat die höchste Inzidenz.

Die aktuelle Corona-Entwicklung in Thüringen kannst du in unserem News-Blog nachlesen.

Corona in Thüringen: Alle Entwicklungen hier nachlesen!

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Montag, 25. Oktober

11.15 Uhr: Bundesweit weiterhin höchster Inzidenzwert

Thüringen hat weiterhin die bundesweit höchste Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner - bei steigender Tendenz. Die aktuelle Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) wies die Wocheninzidenz am Montagmorgen mit 224,3 aus, nach 219,7 am Vortag. Deutschlandweit lag die Inzidenz laut RKI bei 110,1. Seit Sonntag wurden in Thüringen 252 weitere Infektionen gemeldet sowie ein Todesfall.

Mit einem Wert von 404,0 hat der Kyffhäuserkreis die nächste Marke überschritten, der Ilm-Kreis und der Landkreis Gotha liegen über der 300er Marke. Die Städte Erfurt und Weimar sowie sieben Landkreise liegen über 200 sowie Suhl, Gera, Jena und fünf Regionen über 100 - und die Landkreise Sömmerda (95,5) und Nordhausen (94,6) knapp darunter. Seit Pandemie-Beginn im März 2020 stehen laut RKI für den Freistaat insgesamt 146.156 Coronainfektionen zu Buche und 4462 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Sonntag, 24. Oktober

12.49 Uhr: Impfpass-Fälschungen nehmen in Thüringen weiter zu

Zwei Wochen nach dem Ende der kostenlosen Corona-Tests nimmt die Zahl der gefälschten Impfpässe in Thüringen weiter zu. Mittlerweile sei man bei mehr als 50 konkreten Verdachtsmeldungen angelangt, sagte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT). Der Großteil davon sei bei Apotheken aufgefallen, als Menschen versucht hätten, mit einem gefälschten Impfpass ein digitales Impfzertifikat zu erhalten. Man werde alle Fälle zur Anzeige bringen, sagte die Sprecherin.

Seit dem 11. Oktober entfallen für die meisten Menschen die kostenlosen Corona-Tests. An den Teststellen des Roten Kreuzes in Thüringen koste ein Schnelltest nun zehn bis zwanzig Euro, sagte ein Sprecher. Noch könne man nicht genau sagen, wie sich das Ende der kostenfreien Tests auf die Zahl der Testwilligen ausgewirkt habe. Ein Zusammenhang sei möglicherweise auch deshalb schwer herzustellen, weil angesichts verschärfter Corona-Maßnahmen in einigen Landkreisen nun wieder mehr Tests nötig seien als noch vor ein paar Wochen.

Die KVT hatte die gestiegene Zahl der Impfpass-Fälschungen zuletzt auch auf den „gestiegenen Wert eines Impfzertifikats“ zurückgeführt. Die kriminelle Energie dahinter sei erschreckend, sagte die Vorsitzende Annette Rommel. Laut dem Pandemie-Stabsleiter Jörg Metz war man eigentlich von einem Anstieg der Impfzahlen ausgegangen. Stattdessen habe überraschenderweise die Zahl der gefälschten Impfpässe exponentiell zugenommen. Zu Testzahlen seit Ende der kostenlosen Tests konnte die KVT jüngst keine Aussage machen.

11.31 Uhr: Letztes überregionales Impfzentrum in der Messe Erfurt geschlossen

Das letzte überregionale Impfzentrum in der Messe Erfurt ist geschlossen. Von den einst vier überregionalen Impfzentren in Gera, Leinefelde, Meiningen und Erfurt war nur das am 10. März in Betrieb gegangene Zentrum in der Landeshauptstadt über den Sommer hinaus fortgeführt worden. Auch die Thüringer Impfstellen bereiten sich auf ein baldiges Ende vor: Sie sollen bis Ende Dezember in Betrieb sein.

Das Gesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) informierten bereits am Donnerstag darüber, dass die Impfstellen zum Jahresende vollständig schließen. „Auch, wenn die Impfstellen schließen, können wir alle unbesorgt sein: Die Thüringer Ärztinnen und Ärzte stehen weiterhin für die Impfungen in ihren Praxen bereit“, sagte die Erste Vorsitzende, Annette Rommel. Auch seien die mobilen Impf-Teams weiter im Dienst.


Die Impfstellen und -zentren waren laut Ministerium seit Beginn des Jahres eine tragende Säule der Thüringer Impfkampagne. Mehr als 1,5 Millionen Impfungen wurden demnach bisher in den 29 Impfstellen und 4 überregionalen Impfzentren durchgeführt. Dies entspricht einem Anteil von fast zwei Dritteln an der Thüringer Impfquote insgesamt.

10.12 Uhr: Corona-Inzidenz in Thüringen steigt erneut deutlich auf 219

Das Corona-Infektionsgeschehen nimmt in Thüringen weiter deutlich zu. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche, die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 219,7. Am Vortag lag der Wert noch bei 206,3, am Freitag bei 192,7. Am ersten Sonntag im Oktober hatte die Corona-Inzidenz noch bei 74,9 gelegen.

Der Freistaat hat weiter die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter allen Bundesländern. Deutschlandweit lag die Inzidenz laut RKI am Sonntag bei 106,3 (Vortag 100). Damit war der Wert in Thüringen weiter mehr als doppelt so hoch. Die Gesundheitsämter in Thüringen meldeten in den vergangenen 24 Stunden nach RKI-Angaben 666 Neuinfektionen und einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich im Freistaat nachweislich 145 904 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert; 4461 starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung.

Samstag, 23. Oktober

12.35 Uhr: Corona-Inzidenz in Thüringen über 200 gesprungen

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen ist in Thüringen rasant über die 200er Marke gestiegen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte, stieg der Wert am Samstag auf 206,3, am Vortag lag er noch 192,7. Der Freistaat hat weiter die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter allen Bundesländern.

Deutschlandweit lag die Inzidenz laut RKI am Samstag bei 100. Damit war der Wert in Thüringen mehr als doppelt so hoch. Die Gesundheitsämter in Thüringen meldeten in den vergangenen 24 Stunden nach RKI-Angaben 804 Neuinfektionen. Es wurden keine neuen Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung ausgewiesen. Die Spanne der Inzidenzen auf kommunaler Ebene bewegt sich zwischen 92,2 im Landkreis Nordhausen und 349,6 im Kyffhäuserkreis. Der Kyffhäuserkreis befindet sich als einziger Landkreis in der Warnstufe drei. Hier liegt seit über einer Woche auch die Zahl der wöchentlich hospitalisierten Fälle je 100.000 Einwohner über dem kritischen Wert von 12. Die Hospitalisierungsinzidenz ist ein Faktor für die Eingruppierung in Warnstufen. Fast alle Thüringer Regionen befinden sich in der Warnstufe zwei des Thüringer Corona-Frühwarnsystems.

Freitag, 22. Oktober

19.01 Uhr: Warnstufe zwei fast überall in Thüringen

Zwölf weitere Regionen in Thüringen sind binnen eines Tages in die Warnstufe zwei des Corona-Frühwarnsystems gerutscht. Damit befinden sich derzeit nur noch die Landkreise Nordhausen, Sömmerda und Saalfeld-Rudolstadt, sowie die kreisfreie Stadt Suhl in der Warnstufe eins, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in Erfurt mitteilte. Mit dem Auslösen der Warnstufe zwei können strengere Corona-Maßnahmen einhergehen. Die Kommunen sind angehalten, entsprechende Verordnungen zu erlassen.

Einer der kritischen Faktoren für das Auslösen von Warnstufen ist der landesweite Anteil an Covid-19-Patienten an den belegbaren Intensivbetten. Dieser Anteil kletterte am Freitag auf 6,7 Prozent und lag damit den dritten Tag in Folge über dem kritischen Schwellenwert von 6,0 Prozent. Damit rutschten alle Regionen, in denen auch die Sieben-Tage-Inzidenz für drei Tage über 100 lag, von der Warnstufe eins in die Stufe zwei.

In der Warnstufe drei befindet sich derzeit nur der Landkreis Kyffhäuser, wo binnen einer Woche 263,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner registriert wurden. Hier liegt seit über einer Woche auch die Zahl der wöchentlich hospitalisierten Fälle je 100 000 Einwohner über dem kritischen Wert von 12. Die Hospitalisierungsinzidenz ist ein weiterer Faktor für die Eingruppierung in Warnstufen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag mit Stand vom Freitag landesweit bei 192,7. Das ist weiter die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter allen Bundesländern.

Donnerstag, 21. Oktober

16.32 Uhr: AfD-Fraktion klagt gegen 2G- und 3G-Modelle

Die Thüringer AfD-Fraktion hält die Einführung von 2G- und 3G-Modellen in Thüringen für verfassungswidrig. Sie stellte nach eigenen Angaben einen Antrag auf abstrakte Normenkontrolle beim Thüringer Verfassungsgerichtshof, wie die AfD-Fraktion heute in Erfurt mitteilte.

  • 2G bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten – etwa in einen Club.
  • 3G bedeutet, dass neben Genesenen und Geimpften auch Getestete Zutritt haben. Bei 3G-Plus ist dafür in Thüringen aber ein negatives PCR-Test-Ergebnis oder ein PCR-ähnlicher Test nötig. Ein Antigen-Schnelltest reicht hier nicht aus.

Diese Optionsmodelle zielten darauf ab, die Menschen zu einer Covid-19-Impfung „zu nötigen“, erklärte Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke. Er sprach von „gesellschaftlicher Ausgrenzung und rechtlichen Diskriminierungen“.
Die Regelungen seien unverhältnismäßig. Außerdem setzten sie eine „Epidemische Lage von nationaler Tragweite“ voraus, die nach Ansicht der AfD-Fraktion nicht mehr existiere.

11.25 Uhr: Landesschülersprecher: Lüften gegen Infektionen unpraktisch

Nach Ansicht der Thüringer Landesschülervertretung ist Lüften als Mittel des Infektionsschutzes unpraktikabel. „Das ist überhaupt nicht angenehm, es wäre viel besser, wenn es Luftfilter gäbe“, sagte die zweite Vorsitzende der Landesschülervertretung, Helena Haaré, der Deutschen Presse-Agentur. Zwar gebe es nun in vielen Klassenräumen CO2-Ampeln, doch nicht alle Lehrer würden auch tatsächlich lüften, wenn das Gerät ein Warnsignal sende.

Es gebe aber auch Lehrer, die durchgängig lüfteten, weil sie vielleicht selbst zu einer Risiko-Gruppe gehörten oder sich schlicht besser vor einer Infektion schützen wollten.

Auch der erste Vorsitzende der Schülervertretung, Vincent Raue, sagte, regelmäßiges Lüften sei im normalen Schulbetrieb kaum umsetzbar. Es gebe immer jemanden, der friere, oder Schüler und Schülerinnen, die sich beschwerten, sie würden Zugluft abbekommen.

Raue begrüßte es, dass nach den Herbstferien in den Schulen umfassender getestet werden soll als bisher. „So hat man die Gewissheit, dass alle negativ getestet sind“, sagte Raue.

Die Thüringer Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, Kathrin Vitzthum, sagte, zwar sei regelmäßiges Lüften ein guter Beitrag zum Luftaustausch und wichtig, um die Konzentration von Lehrern und Schülern aufrechtzuerhalten. „Er wird aber unpraktikabel, wenn die Außentemperaturen sehr, sehr niedrig sind“, sagte Vitzthum. Es sei keine gute Lernumgebung, wenn die Kinder mit dicker Jacke und Schal in den Klassenräumen sitzen müssten. Ihrer Meinung nach hätten die Schulträger besser in Luftfilter investiert als in CO2-Ampeln, die nur anzeigen könnten, wenn die Luft verbraucht sei.

8.37 Uhr: Inzidenz in Thüringen steigt und steigt

Das Corona-Infektionsgeschehen in Thüringen nimmt weiter zu. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche mit 172,2 aus. Das ist weiter die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter allen Bundesländern.

Gestern hatte die Ansteckungsrate noch bei 163,5 gelegen. Deutschlandweit beträgt sie laut RKI 85,6, nach 80,4 am Vortag.

Die Gesundheitsämter in Thüringen meldeten seitdem nach RKI-Angaben 770 Neuinfektionen sowie einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Spanne der Inzidenz auf kommunaler Ebene bewegt sich zwischen 69,1 im Landkreis Nordhausen und 257,1 im Kyffhäuserkreis.

Mittwoch, 20. Oktober

7.07 Uhr: Kaum Interesse an Impfangeboten für Kinder und Jugendliche

Das Interesse, Corona-Impfteams an die Schulen zu holen, ist in Thüringen bislang mau. Nur eine staatliche und zwei freie Schulen hätten solche Impfteams bei der Kassenärztlichen Vereinigung angefragt, erklärte das Bildungsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dabei handele es sich um zwei Berufsschulen und eine Gemeinschaftsschule. Seit 10. September können sich Schulen um ein mobiles Team bemühen, das Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren vor Ort impfen kann.

Generell gehört Thüringen beim Impfen im bundesweiten Vergleich zur Schluss-Gruppe. Nach Daten des Robert Koch-Instituts lag der Freistaat bei den Erstimpfungen mit Stand vom Dienstag mit einer Impfquote von 61,5 Prozent auf dem vorletzten Platz, bei den vollständig Geimpften liegt Thüringen mit einer Quote von 59,9 Prozent vor Sachsen und Brandenburg auf dem drittletzten Platz.

Nach Angaben des Bildungsministeriums werden Minderjährige im Freistaat vor allem in den Impfzentren, den Impfstellen und bei Kinderärzten geimpft. Dies seien die „Hauptsäulen“, hieß es. Die mobilen Impfteams seien stets nur als „Zusatzangebot für Schulgemeinschaften gedacht“ gewesen, wo sich eine entsprechende Nachfrage abzeichnen würde.

Ein Sprecher des Ministeriums wies darauf hin, dass die bisherigen Bedarfsanmeldungen erst in den vergangenen Tagen eingegangen seien. Es sei noch nicht absehbar, wie sich die Nachfrage in den kommenden Wochen entwickeln werde. „Das Thema könnte indes an Schulen noch einmal weiter gestiegenes Interesse hervorrufen, falls es im laufenden Schuljahr eine Impfstoffzulassung für die Altersgruppe unter zwölf Jahren geben sollte“, erklärte der Sprecher.

Zu den möglichen Ursachen für das bisher geringe Interesse der Schulen an Impfteams nannte der Sprecher unter anderem den Aufwand. In der Regel sei vorher mit Schülern und Eltern abzustimmen, wie groß das Interesse sei. „Einige Schulen gehen angesichts der nach wie vor gespaltenen öffentlichen Debatte zum Impfen von Minderjährigen auch sehr behutsam mit dem Thema um, um den Schulfrieden nicht zu gefährden, der ebenfalls ein hohes Gut ist“, so der Sprecher.

Es sei jedoch auch zu befürchten, dass der jüngste Vorstoß des Datenschutzbeauftragten zur Frage, ob das Impfen im Rahmen des Unterrichts thematisiert werden kann, „zu nachhaltiger Verunsicherung an den Schulen beiträgt“.

Das Büro des Landesdatenschutzbeauftragten prüft derzeit einen möglichen Datenschutzverstoß einer Ostthüringer Lehrerin, weil diese im Rahmen einer Diskussion im Deutschunterricht die Schüler fragte, ob diese sich impfen lassen würden.

6.15 Uhr: Sorge um Einheitlichkeit bei Ende der epidemischen Lage

Die Thüringer Landesregierung fordert auch nach dem bevorstehenden Auslaufen der pandemischen Lage am 25. November weiterhin bundeseinheitliche Lösungen im Kampf gegen Corona.

Heike Werner (Linke), Gesundheitsministerin von Thüringen, sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, Jens Spahn habe „zurecht darauf hingewiesen, dass ein formales Ende der epidemischen Lage nicht mit einem Ende der Pandemie gleichzusetzen ist“ und forderte angesichts „stark steigender Infektionszahlen“ in Thüringen die Fortführung von Maßnahmen, „bestenfalls bundeseinheitlich“.

Thüringen ist mit der Position nicht allein – auch aus NRW und Rheinland-Pfalz kommen ähnliche Töne. Man wünsche sich vom Bund eine „geordnete, einheitliche Übergangsregelung“.

Am Montag hatte sich Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) dafür ausgesprochen, die sogenannte epidemische Lage zur Eindämmung des Coronavirus Ende November auslaufen zu lassen. Die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ gilt seit März 2020 und wurde zuletzt bis zum 24. November 2021 verlängert.

Dienstag, 19. Oktober

16.38 Uhr: Neuer Beschluss für Thüringer Schulen

Angesichts stark gestiegener Infektionszahlen bei jüngeren Thüringern sollen in allen Schulen nach den Herbstferien die Corona-Regeln der Warnstufe zwei gelten – mit Testangebot und Maskenpflicht im Unterricht für ältere Schüler. Darauf hat sich das Kabinett am Dienstag nach Beratungen geeinigt, wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz erklärte. Oberstes Ziel sei es, Bildung zu sichern, aber die Sicherheit von Schülern und Lehrern nicht aus dem Blick zu verlieren, betonte Ramelow.

Die Corona-Maßnahmen an Thüringer Schulen sind an die Warnstufen angepasst. Bisher gilt, dass in der Basisstufe an den Schulen keine anlasslosen Tests angeboten werden. In der Warnstufe eins gibt es ein Testangebot zweimal wöchentlich – ohne Konsequenzen für Ungetestete.

In der Warnstufe zwei müssen Tests zweimal pro Woche angeboten werden. Schüler, die weder geimpft, noch genesen und auch nicht getestet sind, müssen in Warnstufe zwei in separaten Lerngruppen unterrichtet werden.

Außerdem gilt in Warnstufe zwei eine Maskenpflicht im Unterricht für ältere Schüler – ab den Sekundarstufen. Ohne Test gilt die Maskenpflicht im Unterricht auch für Grundschüler im Unterricht. Nach Angaben eines Sprechers des Bildungsministeriums sollen die Regeln der Warnstufe zwei nach den Ferien auch in Landkreisen gelten, die in der Basisstufe sind.

Die neue Regelung soll vorerst mindestens vom 8. bis 24. November gelten, hieß es.

Montag, 18. Oktober

18.01 Uhr: Neue Verordnung – SIE können zwischen 2G und 3G wählen

Nach Plänen der Thüringer Landesregierung sollen sich künftig auch Kneipen, Restaurants und Beherbergungsbetriebe für ein 2G- oder 3G-Plus-Modell in der Corona-Pandemie entscheiden können. Die Erweiterung der Optionsmodelle sei zudem für religiöse Zusammenkünfte geplant, teilte das Gesundheitsministerium am Montag auf Anfrage mit. An der entsprechenden Verordnung werde derzeit noch gearbeitet. Das Kabinett soll sich am Dienstag mit dem Entwurf dazu befassen.

2G bedeutet, dass der Zutritt nur Geimpften und Genesenen gewährt wird. Im Gegenzug kann dann auf Infektionsschutzregeln wie das Tragen einer Maske oder Abstandsregeln verzichtet werden. Beim 3G-Plus-Modell erhalten Geimpfte und Genese Zutritt sowie Menschen, die einen negativen PCR-Test oder einen ähnlichen Test vorweisen können. Ein gewöhnlicher Antigen-Schnelltest reicht nicht. Die Einschränkungen sind hier noch ein wenig strenger als beim 2G-Modell - etwa bei Obergrenzen für Besucher oder Gäste.

Nach Ministeriumsangaben ist derzeit auch geplant, dass sich die Beschäftigten in Betrieben mit 3G-Regelung an dieses Prinzip halten müssen. Wer nicht geimpft oder genesen ist, müsste sich diesen Regeln zufolge dann zweimal wöchentlich testen lassen. Bei einer 3G-Regelung reicht ein Nachweis mit einem Antigen-Schnelltest aus.

9 Uhr: Inzidenz weiter die höchste Deutschlands

Die Corona-Inzidenz ist in Thüringen weiter gestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen mit 138,9 an. Gestern betrug die Corona-Ansteckungsrate noch 135,6. Der Freistaat weist bereits seit einiger Zeit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter allen Bundesländern aus. Deutschlandweit lag dieser Wert am Morgen bei 74,4.

Seit gestern meldeten die Gesundheitsämter nach RKI-Angaben 133 Neuinfektionen. Neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gab es in diesem Zeitraum den Angaben zufolge nicht.

Inzwischen gelten in allen Thüringer Kreisen und kreisfreien Städten Corona-Warnstufen. Der Kyffhäuserkreis ist als erste Thüringer Kommune am Samstag in die höchste Warnstufe gewechselt.

(dpa/red)