Thüringen startet außergewöhnlichen Test in Clubs – „Sie wollen den Kick“

Thüringen – Mit einem ungewöhnlichen Angebot möchte der Freistaat gegen ungewollte Überdosierungen vorgehen.
Thüringen – Mit einem ungewöhnlichen Angebot möchte der Freistaat gegen ungewollte Überdosierungen vorgehen.
Foto: IMAGO / Future Image

Fette Beats, Tanzrausch, Alkohol – und leider eben auch häufig mit dabei: Pillen, Pulver, Partydrogen.

Auch in Thüringen gibt es einige Party-Gänger, die sich beim Club-Besuch mit illegalen Drogen aufputschen. Speed oder Ecstasy versprechen den ultimativen Kick – was aber in Pillen und Pulver drinsteckt, wissen die Feierwütigen meist nicht.

Aus diesem Grund macht der Freistaat den Partygängern jetzt ein ungewöhnliches Angebot.

Thüringen – Das macht Partydrogen so gefährlich

Partydrogen werden auf dem Schwarzmarkt hergestellt. Es gibt also keine Kontrolle, wie das zum Beispiel bei Arzneimitteln der Fall ist. Meistens müssen die Konsumenten also schätzen, wieviel von der Droge tatsächlich in der Pille oder dem Pulver ist.

Und das kann schnell zu einer Überdosis führen, die in manchen Fällen tödlich endet.

Thüringen – Mit DIESER Maßnahme soll die Überdosis vermieden werden

Genau aus diesem Grund können die Partygänger in Thüringen ihre mitgebrachten Substanzen jetzt auf ihre Inhaltsstoffe prüfen lassen. Das Gesundheitsministerium hat dafür ein Testprogramm auf die Beine gestellt – mit mobilen Tests, die genau herausfinden können, was in der Droge steckt.

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Das sind Partydrogen:

  • Partydrogen gibt es als Flüssigkeit, Pulver oder Pillen
  • Darunter zählen aufputschende Substanzen wie Amphetamin (auch „Speed“ genannt)
  • Auch Stimmungsaufheller oder euphorisierende Stoffe wie Ecstasy werden dazu gezählt
  • Halluzinogene Drogen wie LSD gelten ebenfalls als Partydrogen, werden aber weniger konsumiert
  • Auch Kokain zählt zu den Partydrogen, weil sie aber viel kostet, wird sie auch als „Statusdroge“ stilisiert und nimmt einen Sonderstatus ein

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Bei den ersten drei Tests bei Veranstaltungen in Thüringen habe man bereits sehr unterschiedliche Substanzen und Konzentrationen gefunden, sagte Sebastian Franke von der Suchthilfe in Thüringen. „Teilweise stimmten die Suchtstoffe nicht mit denen überein, di die Konsumenten erwartet hatten.“

Thüringen – Reaktion auf das Testangebot war positiv

Laut dem Suchtexperten waren die Reaktionen bei den ersten Einsätzen positiv. Durch das Angebot würden die Menschen in die Lage versetzt, eigenständig zu entscheiden, ob sie die Drogen wirklich nehmen wollen.

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Normalerweise nähmen Partygänger Drogen nicht ein, um sich zu schädigen so Franke. „Sie wollen den Kick.“ (dpa, bp)