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Thüringen: Kleiner Ort schickt Rechtsextremen in die Wüste! Alles Wichtige zur Bürgermeisterwahl

Thüringen: Kleiner Ort schickt Rechtsextremen in die Wüste! Alles Wichtige zur Bürgermeisterwahl

© picture alliance/dpa | Michael Reichel

Thüringen: So schön ist das Bundesland

Es war ein spannender Wahl-Sonntag in Thüringen!

Nach der Bürgermeisterwahl am 12. Juni geht es für etliche Gemeinden in die zweite Runde – sie müssen in die Stichwahlen. Doch in einem kleinen Ort von Thüringen steht ganz klar fest: Für sie kommt kein Rechtsextremist in Frage! Die Bewohner erteilten ihm eine klare Abfuhr.

SO war die Wahlbeteiligung in Thüringen

Nach der Bürgermeisterwahl in Thüringen stehen voraussichtlich in 26 von 325 Gemeinden in zwei Wochen Stichwahlen an. Dabei geht es noch an zwei Orten um hauptamtliche Posten, wie das Landesamt für Statistik mitteilte.

Rund 210.000 Thüringer waren am Sonntag zum Wählen aufgerufen. Die Wahlbeteiligung war mit rund 51 Prozent jedoch niedriger als noch vor sechs Jahren, als sie bei rund 54 Prozent gelegen hatte. Zwei Gemeinden fehlten am Abend noch in der Auszählung – hier wurden erst für Montag Ergebnisse erwartet.

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Das sind die größten Städte in Thüringen*:

  1. Erfurt (213.692)
  2. Jena (110.731)
  3. Gera (92.126)
  4. Weimar (65.098)
  5. Gotha (45.273)
  6. Eisenach (41.970)
  7. Nordhausen (40.969)
  8. Ilmenau (38.637)
  9. Suhl (36.395)
  10. Mühlhausen (35.799)

* Stand: 2020

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Wo kein Kandidat eine Mehrheit auf sich vereinen konnte, stehen am 26. Juni Stichwahlen an. In den meisten Gemeinden ist das schon deswegen nicht der Fall, weil nur zwei, einer oder gar kein Bewerber auf dem Stimmzettel stand. Etliche Bürgermeister wurden also mit klaren Mehrheiten ins Amt gewählt – einige sogar mit einer Zustimmung von 100 Prozent. Um hauptamtliche Posten geht es in zwei Wochen nur noch in Leinefelde-Worbis (Landkreis Eichsfeld) und Amt Wachsenburg (Ilm-Kreis). Hier waren jeweils vier Kandidaten angetreten.

Thüringen schickt Rechtsextremisten in die Wüste

Im südthüringischen Kloster Veßra hatte die Kandidatur von Tommy Frenck vorab für Gesprächsstoff gesorgt, der vom Thüringer Verfassungsschutz als Rechtsextremist geführt wird. Frenck unterlag bei der Wahl mit rund 29 Prozent der Stimmen klar gegen Amtsinhaber Wolfgang Möller. Die Wahlbeteiligung in dem kleinen Ort lag bei 83 Prozent.

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Es sei gut, dass Frenck in Kloster Veßra parteiübergreifend „eine Abfuhr erteilt wurde“, sagte die Linke-Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss zu dem Ergebnis. Den meisten Menschen im Ort sei bewusst, dass Frenck mit seiner NS-Verharmlosung bislang nur Schaden angerichtet habe. Bedauerlich sei dennoch, dass Frenck fast 30 Prozent der Stimmen im Ort gewinnen konnte.

Auch die jüngste Bewerberin um ein Bürgermeisterinnenamt konnte sich über einen Wahlsieg freuen: Die 24-jährige Sina Römhild erhielt in Oechsen (Wartburgkreis) 84,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Gegenkandidatin Heidrun Jacob erzielte ein Ergebnis von 15,9 Prozent. Amtsinhaber Wilfried Bleisteiner stand am Sonntag nicht mehr zur Wiederwahl.

CDU räumt in Thüringen ab

Parteipolitisch lässt sich aus den Wahlen wenig ableiten: Die einzige Partei, die mit 53 Bewerbern einen größeren Anteil an den Kandidaten stellte, war die CDU. Insgesamt 41 der Kandidaten wurden auch gewählt. CDU-Landeschef Christian Hirte sagte dazu: „Wir sind und bleiben wir die Kommunalpartei in Thüringen.“ Die Wahlen seien wichtig gewesen, denn die Stärke ziehe die CDU aus der kommunalen Basis. Deswegen sei auch der Bundesvorsitzende Friedrich Merz nach Thüringen eingeladen worden.

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In Sonneberg, wo Merz am Mittwoch auftrat, unterlag CDU-Frau Uta Bätz mit 20,4 Prozent der Stimmen jedoch klar gegen Amtsinhaber Heiko Voigt (parteilos). Für die CDU, die in fünf der sieben Wahlen für hauptamtliche Posten Bewerber gestellt hatte, wurde lediglich in Dermbach (Wartburgkreis) Thomas Hugk mit 87,2 Prozent gewählt. Dort gab es keinen Gegenkandidaten. (dpa/red.)