Nordhausen: Vermieterin mit Nerven am Ende – emotionaler Hilferuf sorgt für Diskussionen

Vermieterin verzweifelt: Immer mehr Kinder randalieren in Nordhausen. (Symbolbild)
Vermieterin verzweifelt: Immer mehr Kinder randalieren in Nordhausen. (Symbolbild)
Foto: dpa | Soeren Stache

Nordhausen. Die Worte einer Vermieterin aus Nordhausen regen zum Nachdenken an – selbst dann, wenn man nicht betroffen ist.

Seit Wochen spitzt sich die Lage in ihrem Wohnhof Engelsburg/Bibliothek offenbar zu: Immer wieder sollen unterschiedliche Kinder- und Jugendgruppen auf dem Gelände randalieren. Jetzt macht sich die Chefin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG) Nordhausen Luft – und stößt damit eine rege Diskussion an.

SWG-Chefin aus Nordhausen schreibt Ärger nieder

„Entsetzen, Traurigkeit und Zorn“ – mit diesem Worten leitet Vermieterin Inge Klaan ihren emotionalen Hilferuf ein, den sie auf Facebook teilt. Die Chefin der SWG Nordhausen ist schockiert darüber, was zur Zeit in dem Wohnkomplex Engelsburg/Bibliothek abgeht.

Demnach würden krawallsuchenden Kinder und Jugendlichen nicht nur das Umfeld vermüllen, sie beschädigten auch Treppen, Außenanlagen und Fahrzeuge. Meistens würden sie sich auch mit den Anwohnern anlegen und älteren Bewohnern sogar ihre Gehhilfe klauen.

+++ Aldi in Nordhausen: Was passiert mit dem Markt in der Nordstadt? +++

Deshalb versuchte Klaan nach eigener Darstellung erst einmal auf friedlichen Wege eine Lösung zu finden und mit den Kindern ins Gespräch zu kommen – vergebens.

Nordhausen: „Selten so eine Respektlosigkeit begegnet“

Klaan fühlt sich deshalb gezwungen, einen folgenschweren Schritt zu gehen: „Heute habe ich Betretungsverbot für alle Kinder und Jugendliche ausgesprochen und die Polizei gebeten, das Betretungsverbot mit uns gemeinsam umzusetzen“, schreibt die SWG-Chefin am Mittwochabend bei Facebook. „Es ist mir selten eine solche Respektlosigkeit begegnet wie in den letzten fünf Tagen.“

Dabei appelliert sie besonders an die Eltern, da die Kinder und Jugendlichen oft betrunken sein – teilweise wahrscheinlich sogar unter Drogen stehen und „respektlos mit allem umgehen, was ihnen begegnet.“

Die emotionalen Worte der verzweifelten Vermieterin erreichen binnen weniger Stunden schon viele Menschen – am Freitagnachmittag wurde der Beitrag über 400-mal auf Facebook geteilt und über 100-mal kommentiert. Jedoch kann nicht jeder die Reaktion der SWG-Chefin nachvollziehen.

Nordhausen: Hilferuf sorgt für Diskussion

Viele verstehen nicht, warum die Schuld auf die Kinder übertragen wird und kritisieren eher die Erziehung. Andere finden es nicht gerecht, dass aufgrund dieser randalierenden Gruppen eine ganze Generation abgestempelt wird.

----------------------------

Mehr aus der Stadt:

----------------------------

Dadurch entwickelt sich ein Schlagabtausch in den Kommentaren. Denn viele Facebook-Nutzer sind gerührt von den Worten der Vermieterin, pflichten ihr bei und loben ihr Engagement.

  • „Es macht einfach nur traurig und nachdenklich diesen Hilferuf zu lesen.“
  • „Die Situation auf den Punkt gebracht, leider wirklich leider ist es überall die selbe Situation. Warum?“
  • „Es ist nicht empörend, nicht reißerisch, sondern stimmt mich traurig und nachdenklich.“

In den nächsten Tagen wird die Polizei Nordhausen also öfter in dem Wohngebiet vorbeischauen – in Hoffnung, dass es nicht zu noch mehr Ärger kommt. (mbe)