MDR: Das gab es noch nie! Darauf haben einige Zuschauer lange gewartet

Der MDR übersetzt erstmals einen Krimi in Gebärdensprache.
Der MDR übersetzt erstmals einen Krimi in Gebärdensprache.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Halle bekommt endlich wieder einen „Polizeiruf 110“! Dieser wurde 2013 nach 50 Folgen abgesetzt. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums kehrt die Krimireihe nun mit regelmäßigen Folgen zurück.

Der MDR wählte die erste Folge des neu aufgelegten „Polizeiruf“ aus, um etwas zu tun, was er zuvor noch nie gemacht hat: Der Sender übersetzt erstmals einen Krimi in Gebärdensprache!

MDR: Der erste „Polizeiruf 110“ wird in Gebärdensprache übersetzt

Der erste Fall der neuen Kommissare Michael Lehmann und Henry Koitzsch – gespielt von Peter Schneider und Peter Kurt – feiert am 30. Mai im Ersten Premiere und heißt „An der Saale hellem Strande“.

Warum dieser zugleich auch in Gebärdensprache gezeigt werden wird, erklärt der Leiter Barrierefreiheit beim MDR, Georg Schmolz: „Es geht uns darum, barrierefreie Programmzugänge zu schaffen“. Er stützt sich dabei auf eine Befragung von Gehörlosen. Diese habe ergeben, dass der Wunsch nach einem fiktionalen Format in Gebärdensprache sehr groß ist.

Der MDR hat zwar schon Märchenfilme in die Gehörlosen-Sprache übertragen, doch ein Krimi mit Rückblenden, Parallelsträngen und Perspektivwechseln wurde zuvor noch nie übersetzt. Das war eine echte Herausforderung.

Gebärdendolmetscherin im "Polizeiruf 110": "Man ist mehr im Film"

Die Dolmetscherinnen Antje Seifert und Katja Fischer mussten sich wochenlang auf diesen einen Studiotag in Leipzig vorbereiten, an dem die Gebärdenfassung produziert wurde.

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Fischer - die selbst gehörlos ist - äußert sich über die Wichtigkeit dieses Projekts: Gebärdensprache sei die Muttersprache der Gehörlosen. Untertitel seien vor allem für alte Menschen anstrengend und für Kinder unbrauchbar. Zu der Verwendung von Gebärden im Krimi sagt sie: „Man ist mehr im Film“.

Der MDR sieht diesen Film als Pilotprojekt. Ob der erste Fall der Kommissare Lehmann und Koitzsch auch der letzte ist, der in Gebärdensprache übersetzt wird, ist noch offen. (lb/dpa)