Weimar: Linken-Aktion am Denkmal geht nach hinten los – Oberbürgermeister ist sauer

In Weimar wollte die Linke mit einer Aktion eine wichtige Botschaft senden. Das kam jedoch gar nicht gut an.
In Weimar wollte die Linke mit einer Aktion eine wichtige Botschaft senden. Das kam jedoch gar nicht gut an.
Foto: Michael Reichel/dpa

Weimar. Diese Aktion in Weimar kam gar nicht gut an. Die Linke hat auf dem Theaterplatz die Figuren von Goethe und Schiller verkleidet. Die Partei wollte auf etwas Wichtiges aufmerksam machen. Jetzt ist der Oberbürgermeister sauer.

Das Denkmal in Weimar wird in den letzten Wochen gerne als Schauplatz für Kundgebungen genutzt. Wenige Wochen vor der Bundestagswahl sind auch politische Parteien daran interessiert. Wie die Linke.

Weimar: „Unangemessen, Goethe-Schiller-Denkmal herabzuwürdigen“

Bei der Aktion, mit der die Bundesvorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, für Ärger gesorgt hat, geht es um Pflege. „Die Linke fordert eine Anhebung der Gehälter um 500 Euro und eine Ausbildungsoffensive“, so die Politikerin.

Viele Pflegekräfte fühlten sich überlastet, wechselten den Beruf. Das verstärkte den Fachkräftemangel, sagt Hennig-Wellsow. „Diese Situation ist Ergebnis politischer Entscheidungen der Bundesregierung und der Vorgängerregierungen, mit denen die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen auf wirtschaftliche Effizienz getrimmt wurden.“

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Das ist die Stadt Weimar:

  • älteste Aufzeichnungen über Weimar reichen bis 899 zurück
  • „Weimar“ bedeutet ursprünglich „Heiligtumsee“
  • mit rund 65.000 Einwohnern (Stand 2019) die viertgrößte Stadt Thüringens
  • bekannt für das kulturelle Erbe und die Epoche der Weimarer Klassik; Standort des Goethe- und Schillerdenkmals, des Goethe- und Schiller-Museums sowie des Bauhaus-Museums mit Werken von Walter Gropius
  • Oberbürgermeister ist Peter Kleine (parteilos)

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Um auf ihre Aussagen aufmerksam zu machen, verkleideten sie Goethe und Schiller in Weimar als Krankenschwester und Hebamme mit Baby-Puppe.

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Oberbürgermeister Peter Kleine sagt dazu: „Das ist völlig in Ordnung und es ist gut, wenn der Theaterplatz seine zentrale Funktion im urbanen Leben der Stadt erfüllt. Allerdings halte ich es für unangemessen, das Goethe-Schiller-Denkmal anhaltend leichtfertig als Requisitenhalterung für diverse Wahlkampfthemen herabzuwürdigen.“

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Kleine möchte, dass das Denkmal in Weimar respektiert wird und nicht für eine PR-Kampagne herhalten sollte. Laut Stadt musste die Dekoration der Linke nach der Aktion durch den Ordnungsdienst entfernt werden. (ldi, dpa)