Weimar: Gedenkstätten-Bäume einfach abgesägt – jetzt ist auch das LKA am Fall dran

In der Nähe der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar haben Unbekannte Gedenkbäume abgesägt. (Montage)
In der Nähe der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar haben Unbekannte Gedenkbäume abgesägt. (Montage)
Foto: picture alliance/dpa | Bodo Schackow /dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt / Montage: Thüringen24

Buchenwald. Der Fall hat Wellen bis weit über die Grenzen des Freistaats hinaus geschlagen – und Bodo Ramelow sogar aus dem Italien-Urlaub zurückgeholt. An der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar haben Unbekannte mehrere Erinnerungsbäume einfach so abgesägt.

Wer dahinter steckt, weiß bisher niemand. Zu den Taten bei Weimar hat sich bisher keiner bekannt. Jetzt ermittelt das Landeskriminalamt in dem Fall – und die Stadt Weimar nimmt ordentlich Geld in die Hand.

Weimar: LKA ermittelt zu den abgesägten Bäumen bei KZ-Gedenkstätte

Die Beamten arbeiteten „mit Hochdruck“ an der Lösung des Falls, teilte das LKA am Donnerstag in Erfurt mit. Es wird wegen politisch motivierter Sachbeschädigung gegen Unbekannt ermittelt.

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Zunächst wurden in der Nähe der Gedenkstätte sieben Bäume abgesägt, die zur Erinnerung der Opfer des Konzentrationslagers gepflanzt wurden. Wenige Tage später wurden noch zwei weitere Bäume zerstört. Einer davon war auch den getöteten Kindern von Buchenwald gewidmet, hieß es (wir berichteten).

Weimar zahlt bis zu 10.000 Euro für Hinweise

Auch die Stadt Weimar macht in dem Fall jetzt ernst. Wer Hinweise auf die Täter geben kann, bekommt von der Stadt bis zu 10.000 Euro.

Die Bäume waren unter anderem von der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora in Zusammenarbeit mit der Organisation Lebenshilfe Weimarer Land im Gedenken gepflanzt worden. Neben den Kindern sind die Bäume unter anderem den ehemaligen KZ-Insassen Emil Carlebach, Erich Loch und Marcel Dassault gewidmet.

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Die Gedenkstätte Buchenwald erinnert an die etwa 56.000 Menschen, die dort in der NS-Zeit getötet wurden. Insgesamt kamen mehr als 76.000 Männer, Frauen und Kinder in den Lagern Buchenwald und Mittelbau-Dora, das ebenfalls in Thüringen liegt, durch die Nationalsozialisten zu Tode, mehr als 340.000 Menschen aus ganz Europa wurden in die Lager und ihre Außenlager verschleppt. Das Lager wurde am 11. April 1945 von US-Amerikanischen Truppen befreit. (AFP, BP)

Der Fall sorgte im ganzen Freistaat für entsetzen. Was Thüringer-Politiker zu sagen hatten, kannst du hier nachlesen>>>