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Weimar: Wilde Szenen bei der Tafel – plötzlich wird mit Essen geworfen

Seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine stieg in der Tafel in Weimar die Anzahl der Kunden um ein Vielfaches. Das sorgte für einen so hohen Andrang in der Einrichtung, dass die Mitarbeiter nur noch mit Müh und Not den Menschen helfen konnten.

Doch mittlerweile erfahren die Mitarbeiter zusätzlich zum erhöhten Arbeitsaufwand immer mehr Unzufriedenheit von den Hilfsbedürftigen. Ein wütender Kunde sorgte jetzt für wilde Szenen in der Tafel in Weimar, welche eine Mitarbeiterin an ihre Grenzen brachte.

Weimar: Tafel-Mitarbeiterin wird mit Essen beworfen

Es ist eine fast schon absurde Szene, die sich in der Weimarer Tafel abgespielt haben soll. Weil ein Kunde vermutlich nicht zufrieden mit der Qualität seines Salatkopfes war, beschmiss er mutmaßlich eine Tafel-Mitarbeiterin, wie die Frau dem MDR erzählte

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Immer wieder sollen besonders ukrainische Geflüchtete sich unzufrieden äußern über die Qualität der Ware. Auch mit der Tatsache, dass Fremde die Taschen der Kunden füllen, sind sie unzufrieden, erklärte die Mitarbeiterin dem Mitteldeutschen Rundfunk. Der Tafel-Betreiber, Marco Modrow, vermutet zwei Gründe für die Unzufriedenheit der Geflüchteten.

Weimar: Für die Menschen ist es neu

Modrow erklärte dem MDR, dass den Ukrainern das System der Tafel unbekannt sei und sie mit der Ukraine aus einem Land kämen, welches einen mit Europa vergleichbaren hohen Lebensstandard hat.


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Vermeidlich falsche Vorstellungen von der Einrichtung führten nun zumindest für eine Mitarbeiterin zu einer wirklich skurrilen Situation

Weimar: Steigende Zahl an Hilfsbedürftigen

Der Krieg in der Ukraine vertrieb tausende Menschen aus ihrem Heimatland. Einige von ihnen fanden Zuflucht in Deutschland und nutzen hierzulande die tatkräftige Unterstützung in den Einrichtungen für Bedürftige wie die Tafel in Weimar.

Hier sah man sich innerhalb von kurzer Zeit mit der Aufgabe konfrontiert, die 800 zusätzlichen Bedürftigen zu versorgen. Eine Aufgabe, die nur mit längeren Öffnungszeiten und viel mehr Arbeit zu schaffen war, wie Modrow dem MDR erklärte.


Das ist die Stadt Weimar:

  • älteste Aufzeichnungen über Weimar reichen bis 899 zurück
  • „Weimar“ bedeutet ursprünglich „Heiligtumsee“
  • mit rund 65.000 Einwohnern (Stand Dezember 2021) die viertgrößte Stadt Thüringens
  • bekannt für das kulturelle Erbe und die Epoche der Weimarer Klassik; Standort des Goethe- und Schillerdenkmals, des Goethe- und Schiller-Museums sowie des Bauhaus-Museums mit Werken von Walter Gropius
  • Oberbürgermeister ist Peter Kleine (parteilos)

Während in der Tafel normalerweise etwa 1.400 Erwachsen und 700 Kinder versorgt werden müssten, stieg neben der Anzahl der Hilfsbedürftigen auch die Unzufriedenheit der Kunden, zumindest auf Seiten der Ukrainer, wie in dem MDR-Bericht deutlich wird. (msk)