Erfurt: Rechtsextremist misshandelt – Bekennerschreiben aufgetaucht

Erfurt: Zwei Unbekannte haben sich als Polizisten verkleidet und einen Mann überfallen.
Erfurt: Zwei Unbekannte haben sich als Polizisten verkleidet und einen Mann überfallen.
Foto: IMAGO / Die Videomanufaktur

Erfurt. Folgenschwere Tat in Erfurt.

In Erfurt haben sich als Polizisten getarnte Täter gewaltsam Zutritt zu einer Wohnung verschafft und deren Bewohner schwer misshandelt.

Erfurt: Rechtsextremist schwer misshandelt

Nach Polizeiangaben drangen vier bis fünf Unbekannte in der Nacht zu Freitag in die Wohnung ein und überwältigten die dort Schlafenden. Die Täter hätten dunkle Kleidung mit der Aufschrift „Polizei“ getragen. Zu den Opfern machten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft Angaben. Laut dem Sender MDR Thüringen handelt es sich bei ihnen um einen 25-jährigen, polizeibekannten Rechtsextremisten und dessen Freundin.

Nun ist ein mögliches Bekennerschreiben aufgetaucht. Inhalt und Authentizität des am Freitagabend auf der Online-Plattform Indymedia.org veröffentlichten Schreibens werden untersucht, wie ein Sprecher des Innenministeriums am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Die Erfurter Kriminalpolizei ermittele wegen Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung. Trotz intensiver Fahndung hätten die Täter bislang nicht gefasst werden können, hieß es. Ein politisches Motiv werde nicht ausgeschlossen.

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Laut MDR wird der überfallene 25-Jährige von Polizei und Verfassungsschutz der gewaltbereiten rechtsextremen Hooligan-Szene zugeordnet. Er soll unter anderem am Überfall auf eine Gruppe Jugendlicher vor der Thüringer Staatskanzlei im Sommer vergangenen Jahres beteiligt gewesen sein.

Die Täter sollen laut MDR seine Wohnung mit einer Ramme aufgebrochen, ihn dann gefesselt, mit Chlor übergossen und ihm ein Bein gebrochen haben.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hatte nach dem Überfall und nach einem Brandanschlag auf ein von der rechtsextremen Szene genutztes Gasthaus in Kloster Veßra (Kreis Hildburghausen) ebenfalls am Freitag von einer neuen Eskalationsstufe gesprochen. Bei diesen Straftaten würden Gefahren für Leib und Leben billigend in Kauf genommen.

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Der Brand am Freitag war der dritte auf einen rechten Szenetreff innerhalb weniger Wochen in Thüringen. Zum Zeitpunkt des Brandes hatten sich laut Polizei drei Männer und eine Frau in dem Gasthof aufgehalten, sie konnten sich unverletzt ins Freie retten. Mehr dazu hier <<< (dpa)