Amazon in Erfurt kassiert Schelte – Logistik-Riese kontert!

Amazon-Mitarbeiter in den USA stimmen für Gewerkschaftsgründung

Amazon-Mitarbeiter in den USA stimmen für Gewerkschaftsgründung

Amazon-Mitarbeiter haben für die erste Gründung einer Gewerkschaftsvertretung bei dem Konzern in den USA gestimmt. Bei dem Votum in einem Amazon-Lager in Staten Island im Bundesstaat New York gab es laut Auszählung eine Mehrheit von 2654 zu 2131 Stimmen.

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Erfurt. Seit drei Jahren betreibt Amazon in Erfurt im Stadtteil Stotternheim ein riesiges Logistikzentrum. Jetzt will der Versand-Riese seinen Standort Erfurt ausbauen.

Für kommendes Jahr hat Amazon in Erfurt ein weiteres Logistikzentrum geplant. Die Pläne stoßen nicht bei allen auf Gegenliebe. Ganz im Gegenteil!

Amazon in Erfurt: Heftige Kritik am neuen Logistikzentrum

Kommende Woche soll in Erfurt-Stotternheim der erste Spatenstich für das nächste große Amazon-Lager gefeiert werden. Nach dem 2019 eröffneten Logistikzentrum für Kleinfahrzeuge, soll nebenan ein achtmal so großer Umschlagplatz für Lkw entstehen.

Die Politik unterstützt die Pläne von Amazon. „Die großen Logistikzentren haben geholfen, die Arbeitslosigkeit auf den niedrigen Stand von fünf Prozent zu bringen, den wir heute haben“, sagte Wirtschafts- und Finanzdezernent Steffen Linnert (SPD) der „Thüringer Allgemeine“.

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Das ist die Stadt Erfurt:

  • wurde 742 erstmals urkundlich erwähnt
  • Landeshauptstadt von Thüringen, mit 214.000 Einwohnern auch die größte Stadt
  • Sehenswürdigkeiten: Krämerbrücke und Erfurter Dom
  • Oberbürgermeister ist Andreas Bausewein (SPD)

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Rund 1.000 neue Jobs sollen durch den Bau des neuen Logistikzentrums entstehen. Die Stadt hat den Bau bereits genehmigt.

Ordentlich Gegenwind kommt jetzt aber von Verdi! In einem Statement heißt es von der Gewerkschaft: „Amazon verweigert seit nunmehr fast zehn Jahren die Tarifbindung an den Einzel- und Versandhandel. Die Löhne sind unterdurchschnittlich. Auch die Verhandlung über einen Tarifvertrag „Gute und gesunde Arbeit“ verweigert er.“

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Erfurt: Verdi schießt gegen Amazon

Verdi-Fachsekretär Ronny Streich kritisiert Amazon scharf: „Löhne und Arbeitsbedingungen bestimmt das Unternehmen allein und willkürlich. Betriebliche Mitbestimmung, wo es sie gibt, wird erschwert oder unterlaufen. Gewerkschaften und Tarifverträge werden nicht akzeptiert. Unsere Erfahrung mit Amazon in Deutschland und international ist, dass Amazon kein Beispiel für demokratische Mitbestimmung darstellt, im Gegenteil. Arbeit in Würde, mit Respekt und Wertschätzung – davon ist Amazon meilenwert entfernt.“

Ebenfalls kritisiert wird Neubau von der Erfurter Wählergemeinschaft „Mehrwerkstadt“. Sie setzt sich für die lokalen Händler ein.

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Amazon in Erfurt: Konzern kontert!

Unterdessen hat sich auch Amazon zu Wort gemeldet. Die Vorwürfe seien Unsinn, hieß es am Abend. Die Rede ist von attraktiven Jobs mit guten Perspektiven. „Als Amazon freuen wir uns, unser Logistiknetzwerk in Thüringen zu erweitern und attraktive Arbeitsplätze mit Perspektive in Erfurt zu schaffen.“

Und die Bezahlung? „Alle Mitarbeitenden in der Logistik verdienen bei Amazon ab 12 Euro brutto aufwärts pro Stunde plus Extras. Nach 12 und 24 Monaten erhöht sich der Lohn automatisch. Nach 24 Monaten verdienen Amazon Mitarbeiter durchschnittlich rund 2.750 Euro brutto im Monat, inklusive beschränkter Mitarbeiteraktien und zusätzlicher Extras. Fach- und Führungskräfte verdienen entsprechend mehr.“ (fs)