Corona-Hotspots in Thüringen mit klaren Worten an Bodo Ramelow: „Unterirdisch“

Bodo Ramelow wurde von einigen Landräten und Landrätinnen aus Thüringen nun offen kritisiert.
Bodo Ramelow wurde von einigen Landräten und Landrätinnen aus Thüringen nun offen kritisiert.
Foto: dpa

In einem offenen Brief an Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow haben einige Landräte und Landrätinnen ihrem Unmut freien Lauf gelassen.

Dabei haben sich vor allem die Kreise und Städte gemeldet, die immer noch als Corona-Hotspot gelten: Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen, Wartburgkreis und Suhl.

Corona-Hotspots in Thüringen wenden sich an Bodo Ramelow

In dem Brief, der dieser Redaktion vorliegt, werfen die Politiker und Poltikerinnen Thüringens Ministerpräsidenten vor allem ein inkonsequentes Krisenmanagement vor.

„Längst ist nicht nur mehr die Kommunikation des Landes mit den Landkreisen und kreisfreien Städten unterirdisch. Wir vermissen auch jegliche Unterstützung vom Freistaat in der Krise“, heißt es in dem Brief.

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Unter anderem vermisse man kostenlose Schnelltests auf Landesebene. Ebenso wenig Verständnis herrscht darüber, wieso immer noch nicht alle Pflegeheime durchgeimpft sein können.

Offener Brief beschäftigt sich auch mit Impf-Reihenfolge

„Es kann nicht sein, dass impfberechtigte Menschen aus der Region für die Impfstellen vor Ort teilweise keine Termine mehr erhalten und hochbetagte Bürgerinnen und Bürger ins Impfzentrum nach Erfurt zum Impfen fahren sollen. Der Zugang zum Impfen darf aber keine Frage des Wohnorts sein“, heißt es weiter.

>>> Hier gibt es Infos zur aktuellen Corona-Lage

Über zwei Seiten haben die Politiker und Politikerinnen aus Südwestthüringen ihre Forderungen formuliert und Missstände angprangert.

Ramelow hat bisher nicht reagiert

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich dafür ausgesprochen, Impfdosen aus einem EU-Sonderkontingent in die Corona-Hotspot-Landkreise Deutschlands zu verteilen. Er gehe davon aus, dass die Impfdosen aus diesem Kontingent bundesweit nur an Landkreise verteilt werden, deren Corona-Inzidenzwert bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liege, sagte Ramelow am Sonntag.

Allerdings hatte er vor kurzem mit Impf-Gerüchten aufgeräumt und auch betont, dass Thüringen zu wenig Impfdosen erhalten würde. Sonst könnte deutlich schneller geimpft werden. Die ganze Geschichte dazu liest du hier. (fb)