Unwetter in Thüringen: Heftige Gewitter und Starkregen – Experten warnen vor Blitzeinschlägen

Im Landkreis Gotha steht das Wasser!
Im Landkreis Gotha steht das Wasser!
Foto: NEWS5 / Schuchardt

Thüringen. Erneut sind heftige Unwetter über Thüringen gezogen. Dabei hat es vor allem den Landkreis Gotha hart getroffen.

Dort ist das Wasser kaum zu halten gewesen, verzweifelte Anwohner berichten von Schlamm, der aus Dusche und Toilette hochgedrückt wurde. Teilweise sei eine Garage bis unter die Decke voll mit Wasser gelaufen.

Und auch am Mittwoch warnt der Deutsche Wetterdienst weiter vor Unwetter in Thüringen.

In unserem Newsblog halten wir dich auf dem Laufenden.

Donnerstag, 10. Juni

17.35 Uhr: Hier wird es heftig

Der Deutsche Wetterdienst hat eine weitere Unwetterwarnung für Thüringen herausgegeben. Vor allem im Altenburger Land soll es krachen. Anwohner sollen Fenster und Türen schließen. Auch sollen sie sich von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen fernhalten.

Blitze könnten einschlagen, Bäume entwurzelt werden. Auch wird vor herabfallenden Gegenständen gewarnt. Die Warnung gilt bis 19.30 Uhr

7.56 Uhr: Hier musst du dich heute auf Unwetter einstellen

In einigen Teilen Thüringens wird am Donnerstag erneut Starkregen erwartet. Bereits in den Morgenstunden habe es Unwetter gegeben, am Nachmittag und Abend müsse mit weiteren gerechnet werden, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag mit.

Der Starkregen sei oft sehr genau eingrenzbar: „Es kann örtlich regnen und 20 bis 30 Kilometer weiter bleibt es trocken“, sagte ein Meteorologe des DWD. Die Tageshöchsttemperaturen am Donnerstag liegen vor allem in den nördlichen Teilen Thüringens bei bis zu 28 Grad, im Bergland sei mit Temperaturen bis zu 22 Grad zu rechnen.

6.19 Uhr: Thüringen wieder von Unwetter getroffen

Den Landkreis Gotha hat es am Mittwochabend wieder erwischt. Heftige Gewitter und Starkregen haben für geflutete Garagen und Keller gesorgt, Bäche und Flüsse sind übergetreten. Die Feuerwehren waren stundenlang im Einsatz. Vor allem in Mechterstädt, Friedrichsroda, Laucha und Waltershausen.

Mittwoch, 9. Juni

19.05 Uhr: Warnung für Erfurt und Weimarer Land

Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilt, soll es bis 19.30 Uhr stark in Erfurt im Weimarer Land gewittern. Die Experten reden von der Stufe 3 von 4.

16.50 Uhr: Wetterlage beruhigt sich

Die Gewitterserie hält in Thüringen weiter an. Der Deutsche Wetterdienst warnte auch am Mittwoch in weiten Teilen des Freistaates vor starken Gewittern. Bis zum Nachmittag kam es erneut in Südthüringen zu heftigem Regen in kurzer Zeit.

Die Feuerwehr musste nach Angaben der Rettungsleitstelle in Zella-Mehlis zu kleineren Einsätzen in Römhild und Hildburghausen wegen überfluteter Straßen ausrücken. Das sei aber nicht mit dem Unwetter von Dienstag zu vergleichen, hieß es.

Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) waren am Mittwoch viele einzelne Gewitterzellen über Thüringen. Wachsen die Gewitterzellen zusammen, könnte es auch zu mehrstündigem Starkregen kommen.

Bis zum Freitag beruhige sich aber die Lage und Hoch „Xenia“ übernehme die Wetterregie. Zum Wochenende zögen sich bei weiterhin sommerlich warmen Temperaturen dann Schauer und Gewitter zurück.

Am Dienstag hatten heftige Unwetter zu Überschwemmungen in Thüringen geführt. Straßen wurden überflutet, und Keller liefen voll. Betroffen von dem Starkregen waren laut DWD vor allem die Gemeinde Drei Gleichen im Kreis Gotha, der Südthüringer Raum bei Schleusingen sowie die Gegend um Eisenach.

In Wandersleben (Kreis Gotha) staute sich nach Angaben des Landratsamtes das Wasser von den Feldern und drückte gegen ein Wohngebiet. Bis Mittwochmorgen waren dort 13 Feuerwehren mit zusammen 108 Kräften sowie das Technische Hilfswerk vor Ort. Auch in Ingersleben und Neudietendorf sorgte der heftige Wolkenbruch für überschwemmte Straßen und voll gelaufene Keller. Auf den Thüringer Autobahnen führte das Unwetter seit Dienstagnachmittag zu zehn Verkehrsunfällen, bei denen drei Menschen verletzt wurden

11.40 Uhr: Tourist irrt 26 Kilometer umher wegen Gewitter

Das schlechte Wetter blieb auch in Erfurt nicht folgenlos. Eine 19-Jährige kam am Dienstagabend auf der B4 an der Abfahrt Gispersleben wegen des starken Regens mit ihrem Auto ins Schleudern und kollidierte mit einer Leitplanke. Sie wurde leicht verletzt. An ihrem Renault entstand wirtschaftlicher Totalschaden.

Desweiteren hielt der Ast eines Baumes in der Erfurter Innenstadt dem Wetter nicht stand. Er stürzte auf ein geparktes Auto. Dabei ging die Heckschreibe zu Bruch.

Von dem Gewitter wurde außerdem ein 33-jähriger Tourist in Möbisburg überrascht. Er verlief sich und konnte ohne Handy keine Hilfe rufen.

Nachdem er 26 Kilometer umher geirrt war, fand er eine Telefonzelle und rief in seiner Not die Polizei. Die Beamten halfen dem Mann und brachten ihn unversehrt zurück in sein Hotel.

8.25 Uhr: Mindestens zehn Wetterbedingte Unfälle auf Autobahnen

Die heftigen Unwetter in Thüringen führten zu mehreren Unfällen auf Autobahnen am Dienstag. Mindestens zehn Unfälle wurden wegen des Wetters gemeldet. Bei dreien dieser Unfälle seien insgesamt drei Menschen leicht verletzt worden.

„Unfallursächlich war in allen Fällen die unangepasste Geschwindigkeit auf regennasser Fahrbahn. Gegen alle Fahrzeugführer wurden entsprechende Bußgeldverfahren eingeleitet“, hieß es.

7.07 Uhr: Vollgelaufene Keller und Wassermassen halten Thüringer Feuerwehr auf Trab

In Thüringen waren die Feuerwehren im Dauereinsatz. Wassermassen drückten Gullis nach oben, viele Keller liefen voll. Besonders schlimm traf es Waltershausen und Wandersleben im Landkreis Gotha.

Neben den zahlreichen vollgelaufenen Kellern und Garagen, stand in manchem Garten das Wasser bis zu 50 cm hoch. Die Einsatzkräfte waren über Stunden damit beschäftigt, überflutete und verschlammter Straßen frei zu bekommen.

In Waltershausen und Wandersleben ist das ganze Ausmaß zu sehen gewesen. Teilweise ist das Wasser bis ins Erdgeschoss gelaufen und wurde aus Toiletten gedrückt. „Ein angrenzendes Feld war so stark überschwemmt, dass das Wasser ungebremst in eine Wohnsiedlung eingedrungen ist“, so Christoph Hallmann von der Feuerwehr Drei Gleichen.

Eine tiefer gelegene Garage war bis zur Decke mit Wasser gefüllt. Eine Anwohnerin aus Wandersleben schildert „Es kommt jetzt aus der Toilette und aus der Dusche schon raus. Das Wasser sucht sich seinen Weg.“

6.30 Uhr: Auch am Mittwoch weiterhin heftige Gewitter möglich

In der Nacht zu Mittwoch haben Regen und Gewitter ein wenig nachgelassen. Doch auch am Mittwoch sind weitere Gewitter mit Starkregen bis 25 Liter pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit vorhergesagt.

Der DWD schließt auch unwetterartige Regenmengen um 35 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde nicht aus. Das Thermometer zeigt dazu 22 bis 25 Grad, im Bergland ist bei 18 bis 22 Grad Schluss.

Dienstag, 8. Juni

15.30 Uhr: Staatssekretär besucht besonders betroffene Regionen

Um sich ein Bild von den vom Hochwasser betroffenen Kommunen zu machen, kommt Torsten Weil zu Besuch. Er ist Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. In Wutha Farnroda (Wartburgkreis) und Gierstädt (Landkreis Gotha) wird er sich die Schäden des Unwetters anschauen.

„Ich habe in den zurückliegenden Tagen mit den beiden Landräten Reinhard Krebs und Onno Eckert gesprochen und mir die Situation vor Ort schildern lassen. Dabei wurde deutlich, dass vor allem die dörfliche Infrastruktur, die in den zurückliegenden Jahren mühevoll instandgesetzt wurde, von den Wassermassen stark beschädigt ist. Vom Ausmaß dieser Schäden möchte ich mir ein Bild machen“, so Torsten Weil im Vorfeld seines Besuches.

Nun geht es darum, gemeinsam mit den Betroffenen und Verantwortlichen vor Ort nach Lösungen für schnelle Hilfen zur Schadensbeseitigung zu suchen. Ich bin dankbar, dass durch den beherzten und aufopferungsvollen Einsatz der Helferinnen und Helfer Schlimmeres verhindert werden konnte. Dieser Einsatz verdient großen Respekt und zeigt, wie wichtig Stabilität im Bereich der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen ist“, fügte Weil hinzu.

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Unwetter in Thüringen: Ab Donnerstag freundlicheres Wetter

Ab Donnerstag soll das Wetter deutlich freundlicher werden. Es gibt einen Mix aus Sonne und Wolken, wobei auch einzelne Schauer und Gewitter dabei sind. Die Temperaturen legen im Vergleich zum Mittwoch um einen Grad zu.

Am Freitag sind die Gewitter dann überstanden, es ist teils stark, teils locker bewölkt mit vereinzelten Schauern. Dazu wird es 21 bis 24 Grad warm, das Bergland kommt auf 16 bis 20 Grad. In der Nacht auf Samstag gehen die Wolken zurück und es ist klar. (ldi/nk/fb/dpa)