Nordhausen: Wild-Camper schlagen Lager auf – dann kommt es zu einer bösen Überraschung

In Nordhausen hat es Wild-Camper jetzt erwischt.
In Nordhausen hat es Wild-Camper jetzt erwischt.
Foto: Silvio Dietzel

Nordhausen. Damit hatten sie nicht gerechnet. Böse Überraschung für Wild-Camper am Möwensee in Nordhausen!

Seit mehreren Jahren nutzen Naturfreunde den See in Nordhausen, um dort ihr Lager aufzuschlagen und gemütlich beisammen zu sitzen, obwohl das eigentlich streng genommen verboten ist. Beschwert hatte sich bisher niemand, die Behörden haben nicht viel unternommen. Doch das hat sich nun geändert.

Nordhausen: Camper schlagen Lager auf – plötzlich erreicht sie eine Anzeige

Auch Tobias Henschel und seinen Kumpel Christian Brathe zog es vor etwa vier Wochen zum Möwensee in Nordhausen. „Nach all der Corona-Zeit, in der man nichts unternehmen konnte, war das jetzt für uns eine gute Abwechslung“, so Christian.

Aber erst einmal mussten sie dort Ordnung schaffen. Sie sammelten den Müll auf, stellten Mülltonnen auf, entfernten Brennnesseln und sammelten das herumliegende Holz ein. Daraus bastelten sie sogar einen Bootssteg.

Wie ein kleines idyllisches Eckchen im Garten kam ihr Zeltlager rüber. Doch lange währte ihr „kleines Paradies“ nicht. Sie wurden aufgefordert, bis Montag alles wieder zu entfernen und den Platz in Nordhausen zu verlassen.

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Das ist der Möwensee in Nordhausen:

  • Der Möwensee ist durch Kiesabbau entstanden
  • Er liegt im Südosten der Stadt Nordhausen am Harz
  • Der Möwensee ist etwa 1,2 Kilometer lang und maximal 700 Meter breit
  • Der tiefste Punkt liegt bei etwa 46 Metern
  • In dem See schwimmen hauptsächlich Flussbarsche, aber auch andere Süßwasserfische

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Laut des zuständigen Landratsamtes war eine anonyme Anzeige gegen die Camper eingegangen. Offenbar aus Umweltschutzgründen. Die gesamten Kiesgewässer in Nordhausen sind außerdem stillgelegte Betriebsflächen. Schilder weisen auf ein Betretungs- und Badeverbot hin. Daraufhin wurde die Behörde aktiv und stattete den Naturliebhabern einen Besuch ab.

Nordhausen: So reagiert der Betriebsleiter des Kiesgruben-Unternehmens

Auch der zuständige Betriebsleiter des Kiesgruben-Unternehmens kam vorbei und bat die beiden Camper, das Zeltlager abzubauen und sich einen anderen Ort zu suchen. „Wir werden dem nachkommen. Wir wussten ja, das wir hier mehr oder weniger nur geduldet werden“, so Christian.

Doch die Entscheidung war endgültig. Sie mussten den Möwensee in Nordhausen verlassen. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Nordhausen sagt gegenüber Thüringen24: „Unerlaubtes Camping im Außenbereich verstößt in der Regel gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Eine Genehmigung des Grundstückseigentümers lag in diesem Fall nicht vor.“

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Am Montag wurde dann kontrolliert, ob die beiden tatsächlich alles weggeräumt hatten. „Etwa ein Drittel des Campinglagers war am Montag schon abgebaut, die Camper haben weiter abgebaut. Es wurde veranlasst, dass auch der unerlaubt errichtete provisorische Steg und die anderen Anlagen vollständig abzubauen und ordnungsgemäß zu entsorgen oder zu verwerten sind.“

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Die beiden Naturfreunde aus Nordhausen erwartet nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Verstehen können sie das Ganze nicht: „Wir verstehen nicht, warum wir hier gehen sollen. Andere Camper zelten doch auch hier.“ (sd/ldi)

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