Gotha: Außergewöhnliche Speisekarte – Restaurant hat diese praktische Idee

In einem Restaurant in Gotha gibt es bald diese besondere Speisekarte.
In einem Restaurant in Gotha gibt es bald diese besondere Speisekarte.
Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst

Gotha. Viele Menschen in Deutschland können nicht lesen oder schreiben: Auch in Gotha gibt es zahlreiche Analphabeten.

Im Restaurant des Mehrgenerationenhauses in Gotha gibt es deshalb nun eine praktische Idee.

Gotha: Idee soll Alltag von Analphabeten erleichtern

Viele Menschen haben wahrscheinlich noch nie darüber nachgedacht: Was machen Menschen, die weder lesen noch schreiben können, aber in einem Café oder Restaurant etwas bestellen möchten? In der Regel setzen Speisekarten voraus, dass Besucher lesen können. Knapp sechs Millionen Menschen können das in Deutschland allerdings nicht, wie der MDR berichtet.

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Deshalb hat sich nun das Mehrgenerationenhaus in Gotha etwas ganz besonderes einfallen lassen: Die Speisekarten bestehen bei Ihnen bald nur noch aus Bildern! So sollen auch nicht lesende Menschen dort ihren Kaffee oder ihre Spaghetti bestellen können – und ihnen der Alltag erleichtert werden.

Umsetzung der Speisekarten gemeinsam mit Analphabeten

Die Umsetzung der Idee war dabei gar nicht mal so einfach: „Nicht lesende Menschen denken nur in Bildern. Und da reinzukommen ist sehr, sehr ungewohnt“, beschreibt Julia Krebs, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses in Gotha die Arbeit an der Speisekarte dem MDR.

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Das ist Analphabetismus:

  • kulturell, bildungs- oder psychisch bedingte individuelle Defizite im Lesen oder Schreiben
  • Analphabetismus ist in den letzten Jahren stark gestiegen
  • Gegensatz = Alphabetismus
  • man unterscheidet zwischen primärem, sekundärem und semi-Analphabetismus oder funktionaler Analphabetismus/Illetrismus

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In Zusammenarbeit mit Jürgen, der nicht lesen kann, wird die Speisekarte umgesetzt. Er gibt nützliche Tipps zur Verständlichkeit. Dass er nicht lesen kann, hat einen bestimmten Grund: „Wir durften nicht in die Schule, weil die alten Leute Hilfe brauchten,“ erklärt er. Im kommenden Jahr soll die Foto-Speisekarte im Restaurant in Gotha ausliegen. Mehr liest du auf www.mdr.de. (jko)